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Kommentare und Zitate zur Zeit finden sich im „DER SALON“.
Die Streitschrift „Moderne Märchen“ ist in analoger Form erschienen, zum Thema: „Wunder lösen keine globalen Probleme, es braucht wieder Hofnarren“; Interessierte erhalten das rote Büchlein beim Autor Beat Gerber (siehe KONTAKT).
Politische Vertrauenskrise
30.09.2026 - (bg) Die Schweizer Bevölkerung zweifelt zunehmend an der politischen Handlungs- und Reformfähigkeit ihres Landes. Eine im September 2026 veröffentlichte repräsentative Studie im Auftrag der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG), durchgeführt von Pro Futuris und der Universität Bern, zeigt einen deutlichen Vertrauensschwund in das politische System.
Problem Klimaschutz: Schleppender Massnahmenvollzug.
Die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Erhebung:
Mangelnde Krisenkompetenz: Nur weniger als ein Drittel (unter 30 %) der stimmberechtigten Befragten traut der Schweizer Politik zu, rasch und adäquat auf globale Krisen wie Klimawandel oder Energie zu reagieren.
Problem Sicherheit: Armee ohne Verteidigungskraft.
Gefühl der Blockade: Die Wahrnehmung, dass dringende Reformen (wie etwa bei den Gesundheitskosten, der Altersvorsorge, dem Steuersystem oder der Infrastruktur) durch das politische System blockiert werden oder zu langsam vorankommen, nimmt spürbar zu.
Problem Infrastruktur: Ausbau und Unterhalt arg im Verzug.
Ungleichheit und Fairness: Ergänzt wird dieser Befund durch das Gerechtheitsbarometer 2026 der gfs.bern, das belegt, dass auch das Vertrauen in die grundlegende Fairness des Systems erodiert. Eine knappe Mehrheit bewertet die Schweiz mittlerweile nicht mehr als uneingeschränkt gerecht, insbesondere bezüglich der Verteilung von Kosten und Lasten (z.B. durch steigende Krankenkassenprämien und Wohnungsmieten). Auch die Unterstützung des Globalen Südens schrumpft (Budgetkürzung), und die Waffenausfuhr in Konliktgebiete ist umstritten.
Problem Kaufkraft: Der Mittelstand muss künftig rechnen.
Neutralität und Rüstungsverkäufe: Diskutable Lieferungen in Krisengebiete.
Internationale Solidarität: Die finanzielle Unterstützung wird abgebaut. (KI-freie Karikaturen: Beat Gerber)
Die blinde Welt vor Augen
KI-Cartoons von Beat Gerber
Business Talk am Quai du Mont-Blanc in Genf. (KI-Cartoon: Beat Gerber)
Die neue Weltordnung. (Karikatur: Beat Gerber)
In der Schweiz sind über 400‘000 Menschen von AMD betroffen. (Zeichnung: bg)
Neues Sehvermögen dringend nötig
25.11.2025 - (bg) Die Augenkrankheit der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) nimmt stark zu - das ist auch metaphorisch hinsichtlich des Zustands von Europa und den USA gemeint. Noch sind die westlichen Gesellschaften nicht ganz erblindet, doch diese überraschende Parallele schärft den Blick für eine gesellschaftspolitische Neuorientierung.
Die Symptome der AMD – verzerrtes, verschwommenes, löchriges Sehen – stehen stellvertretend für eine alternde Gesellschaft, die an Orientierung, Klarheit und Weitsicht verliert. Die Herausforderungen, mit denen der Westen heute konfrontiert ist – demografischer Wandel, Klimakrise, digitale Transformation, geopolitische Spannungen – erfordern genau das Gegenteil: Innovationsfreude, Anpassungsfähigkeit und visionäre Kraft.
Weiterlesen auf Globalbridge.
Doch vorerst müssen wir uns trotz autokratischer Fantasien mit einer altersbegrenzten Menschheit begnügen, die aber schon mit der heutigen Lebenserwartung (China: 78 Jahre, Schweiz: 84 ) grosse Probleme bereitet. Die Volksrepublik ist (wie die Schweiz) überaltert, 310 Millionen Chinesen (22 %) sind über 60 - und es fehlt an Pflegepersonal: 10 Mio. Stellen sind unbesetzt. Die Lösung: Roboter, doch nicht primitive Automaten, die bloss das Essen und Medikamente herumkarren. Nein, dem Menschen nachgebaute sogenannte Humanoiden werden grossflächig in Altersheimen eingesetzt, um den Betagten vorzulesen, mit ihnen Schach oder Go zu spielen oder sogar eine Massage zu verabreichen. Die Humanoiden finden bei den chinesischen Senioren Gefallen und sind bestens in ihren Alltag integriert. Zudem sind sie ein boomendes Geschäft für die Industrie, wie China Daily berichtet. Ob auch die Schweiz ihre bisherige Roboterskepsis in der Pflege ablegen wird? Sie muss, denn infolge der fortschreitenden Überalterung wird sie dazu gezwungen. Derzeit fehlen in unserem Land 15‘000 Pflegefachkräfte.
Angesagt ist ein hocheffizientes Sightseeing. (Zeichnungen: bg)
Grenzenloser Tourismus
19.08.2025 - (bg) Ein Viertel der Menschheit ist jährlich touristisch unterwegs, Tendenz stark steigend. Massloses Vergnügen für die Auswärtigen, beengender Überdruss bei den Einheimischen. Weiterlesen auf Globalbridge.
(Bild: KI/bg)
Trump macht BRICS gross
08.08.2025 - (bg) Stimme aus Hongkong - Alex Lo, Kommentator der „South China Morning Piost“, schreibt:
„Der US-Präsident mag glauben, dass er einen Keil zwischen die BRICS-Mitgliedsländer treibt, aber effektiv zwingt er sie durch seine wirtschaftlichen Zwangsmassnahmen zusammen. Westliche Kritiker behaupteten früher, der BRICS-Verbund hätte keine ideologische Kohärenz oder Mission und sei kaum mehr als ein Debattierklub. Doch diese Staatengruppe wird immer geschlossener und mächtiger, nicht zuletzt aufgrund des Drucks aus dem Westen.
Donald Trump hat sie immer näher zusammengebracht und ihnen ein gemeinsames Ziel gegeben: sich Washingtons wirtschaftlichem Druck zu widersetzen, indem sie ihre eigenen Handels- und Finanzsysteme entwickeln.
Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sowie andere BRICS-Partnerstaaten haben allen Grund zusammenzuhalten, damit Trump sie nicht mit seinen universellen Zöllen oder sogar einem bewaffneten Konflikt nacheinander vernichtet.
China ist die grösste Bedrohung für Amerika, zumindest in der politischen Mythologie Washingtons. Die Volksrepublik verfügt über grössern Einfluss als die andern BRICS-Staaten, sodass Trump Peking nicht so behandeln kann, als wäre er der Boss.“
(Zum kostenpflichtigen Originaltext in der empfehlenswerten SCMP)
Sisyphos am globalen Plastikberg. (Bild: KI/bg)
Plastik-Recycling - derzeit ein Nogo
15.08.2025 - (bg) Ein UNO-Abkommen gegen Plastikverschmutzung ist in Genf gescheitert. Die Kunststoffproduktion kann weiterhin ungebremst wachsen: Experten rechnen von heute jährlich 400 Millionen Tonnen auf das Zwei- bis Dreifache im Jahr 2050. Explosiv steigt damit auch die Verbreitung von gefährlichem Mikroplasik in der Umwelt (Trinkwasser, Ozeane) und via Nahrung in unserem Körper.
Plastik-Recycling ist gemäss neusten Studien nicht die Lösung und vorläufig ein ökologischer Missgriff, denn: (1) Plastik lässt sich nur ein- bis zweimal recyceln, dann wird er brüchig und intransparent; (2) beim Recycling entsteht durch das Schreddern ein Granulat mit viel Mikroplastik (kleiner als 5 mm), das beim Waschen in die Umwelt gelangt; (3) wiederverwerteter Plastik setzt zahlreiche toxische Chemikalien frei, die Lebensmittel (via Verpackung) und Umwelt (Wasser) vergiften können (Quelle: Eawag-Studie in „Nature“).
Fazit: Erforschung und Entwicklung verbesserter Recyclimg-Verfahren haben neben der Eindämmung und Entgiftung der Kunststoffproduktion oberste Priorität. Doch Sisyphos lässt grüssen (siehe Bild)!
Postkarte aus der (klima)neutralen Schweiz. (Zeichnung: bg)
Klimaschutz fördert den Frieden
01.08.2025 - (bg) Investitionen in den Klimaschutz reduzieren nicht nur Treibhausgase, sondern auch sicherheitspolitische Risiken. Versäumnisse in der Klimapolitik erzeugen geopolitische Kosten, die sich in Form von Konflikten um Ressourcen, Migration und Naturkatastrophen äussern – Herausforderungen, die auch die militärische Sicherheit bedrohen.
Je mehr Europa in den Klimaschutz investiert, desto weniger muss es für Rüstung ausgeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Für jeden Euro, der nicht für Öl bezahlt wird, müssen gleichzeitig 37 Cent weniger für Verteidigung ausgeben werden - eine sicherheitspolitische Dividende!
Insgesamt wird eine gerechtere Ressourcenverteilung die globale Klimasolidarität stärken, die Widerstandsfähigkeit der am stärksten betroffenen Länder erhöhen und die Chancen auf eine erfolgreiche und faire Bewältigung der Klimakrise verbessern. Gleichzeitig wächst weltweit die politische Stabilität, und die Militärausgaben liessen sich reduzieren. Massiver Widerstand von Klimagegnern (u.a. die USA), der übermächtigen Rüstungsindustrie und andern Kriegstreibern ist vorprogrammiert.



















